Nächster NFV-Lehrgang im September: Warum Schiedsrichter werden?

Ein neuer Schiedsrichterlehrgang startet im September im NFV-Kreis Verden und die Vereine sind aufgerufen, interessierte Fußballer für diesen Lehrgang anzumelden. Doch was macht ein Schiedsrichter eigentlich alles und wie fühlen sie sich dabei? Um das herauszufinden hat unser Schiedsrichterobmann Jan-Malte Gerdes mit Lennard Bellmer, einem jungen, beim TSV Lohberg aktiven Schiedsrichter gesprochen:

Was sind deine Aktivitäten beim TSV Lohberg?

Ich spiele in der 1. Herren Mannschaft Fußball und bin außerdem Schiedsrichter. Seit Anfang des Jahres bin ich auch 2. Pressewart (Vorstand) beim TSV Lohberg.

Seit wann bist du Schiedsrichter und wie bist du dazu gekommen?

Ich bin seit 6 Jahren Schiedsrichter. Ich bin Schiedsrichter geworden, weil ich in meiner Freizeit allgemein sehr viel mit Fußball zu tun habe und schon in jüngeren Jahren bei den kleinen Kids Schiri war. Außerdem kann ich damit dem Verein etwas Gutes tun und natürlich auch für mich, z.B. in Sachen Persönlichkeit. Ein ausschlaggebendes Argument war aber auch, dass der Verein mich und drei weitere aus meiner Mannschaft gefragt hat, ob wir nicht zu viert Schiedsrichter werden wollen. Nach nur ein paar Überlegungen zwischen uns und unseren Eltern haben wir uns sofort angemeldet, was ich bis heute nicht bereue, da es mir bis heute sehr viel Spaß macht.

In welcher Liga bist du bisher als Schiedsrichter bzw. als Assistent tätig gewesen?

Meine höchste Ansetzung als Schiedsrichter war in der Landesliga (Jugend). Sonst werde ich regelmäßig in der Kreisklasse bei den Herren sowie Jugend und in der Kreisliga bei den Frauen eingesetzt. Als Assistent werde ich hauptsächlich nur bei Testspielen oder in der Kreisliga der Herren eingesetzt. Dies ist aber eher selten, da ich am Sonntag meist selber mit meiner Mannschaft als Spieler unterwegs bin.

Warum bist du Schiedsrichter? Wird man gerade als junger Schiedsrichter nicht nur von der Seite blöd angemacht?

Ich bin Schiedsrichter, weil es enorm viel Spaß macht und es sehr abwechslungsreich ist. Man weiß einfach nie, wie das Spiel ausgeht und wie die Spieler und Trainer an dem Tag gestimmt sind. Da kann es auch mal lauter werden auf und neben dem Platz.

In der Jugend hält es sich noch in Grenzen, aber wenn man im Herrenbereich als Assistent aktiv ist, kann es von der Seite aus schon sehr emotional werden.  Dass man blöd angemacht wird, kann durchaus schon mal passieren. Um darauf vorbereitet zu werden, gibt es seit diesem Jahr einen ehrfahrenden Schiedsrichter an die Seite gestellt, der Zuschauer und Fans beruhigt und dich als Schiedsrichter oder Assistent unterstützt. Dieses Patenmodell ist sehr hilfreich und bringt Jung-Schiedsrichter auf jeden Fall weiter. Dies hilft dann natürlich in Zukunft bei Spielen, wenn man eine Partie alleine leiten muss. Außerdem gilt ab diesem Sommer eine neue Regel, dass auch Trainer und Betreuer die gelbe und rote Karte erhalten können, wodurch das „Pöbeln“ weniger werden soll.

Was hast du davon, Schiedsrichter zu sein?

Lennard Bellmer ist seit 6 Jahren Schiedsrichter für den TSV Lohberg und gern an der Pfeife.

Durch das Pfeifen und Assistieren übernehme ich Verantwortung über mich selbst, aber auch für andere. Dadurch stärkt sich die Persönlichkeit und ich werde selbstbewusster meine Entscheidungen treffen und dazu auch zu stehen. Außerdem hat man als Schiedsrichter durch regelmäßige Fortbildungen gute Aufstiegsmöglichkeiten, in höheren Ligen aktiv zu sein. Bestes Beispiel hierfür ist Harm Osmers. Seit 2001 ist der Schiedsrichter aus dem Kreis Verden an der Pfeife tätig und ist mittlerweile seit 2016 in der Bundesliga und sogar bei Champions-League Qualifikationsspielen verantwortlicher Unparteiischer.

Zusätzlich erhält man kostenfreien Zugang zu allen offiziellen Spielen des DFB, also Bundesliga und DFB-Pokal. Seit dieser Saison wurde die Aufwandsentschädigung für Schiedsrichter und Assistenten ebenfalls erhöht – neben der Entschädigung an sich gibt es zudem Fahrtgeld.

Musst du noch anderes machen, außer den üblichen Schiedsrichter-Aktivitäten?

Um als Schiedsrichter anerkannt zu werden, muss pro Saison eine gewisse Anzahl an Spielen als Schiedsrichter bzw. Assistent geleitet werden. Für die gesamte Saison sind es 10 Spiele und zusätzlich 5 Lehrabende, die besucht werden müssen. Falls man innerhalb der Saison den Schiedsrichterschein absolviert, verringert sich die Anzahl dementsprechend.

Was sind deine Ziele für die Zukunft als Schiedsrichter?

Mein Ziel ist wahrscheinlich in 1-2 Jahren einen Lehrgang zu absolvieren um ein Bezirksliga Schiedsrichter zu sein. Sonst bin ich mit der aktuellen Situation als Schiedsrichter sehr zufrieden, da man immer mehr gefördert wird.

Was muss ich mitbringen, um Schiedsrichter zu werden?

Natürlich sollte ein grundsätzliches Interesse am Fußball vorhanden sein und eine gewisse Sportlichkeit ist ebenfalls notwendig. Für den Schiedsrichterschein gilt ein Mindestalter von 14 Jahren – außerdem ist die Mitgliedschaft in einem Sportverein Voraussetzung.

Wann findet der nächste Lehrgang statt?

Vom 12.09. bis 25.09.2019 im Vereinsheim Bassen. Die Anmeldung kann entweder direkt beim Schiedsrichterlehrwart Daniel Ballin oder über Jan-Malte Gerdes (Schiedsrichterobmann beim TSV Lohberg) erfolgen.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema Schiedsrichter könnt ihr euch an Lennard Bellmer oder Jan-Malte Gerdes wenden.

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